Vonovia Skulpturenwettbewerb

Vorstellung der Skulptur im Eltingviertel Essen
Realisierung

Eltingviertel in Essen

Heute präsentiert sich das Eltingviertel von seiner schönsten Seite. Zentrums- und universitätsnah gelegen ist es auch bei Senioren und Studierenden, die kurze Wege und schnelle Anbindung an Bus, Bahn und U-Bahn lieben, sehr gefragt. Junge Familien schätzen das Viertel auch wegen seines guten Angebotes an Geschäften, Ärzten, Schulen und Spielplätzen.
Beliebt sind auch die vielen Veranstaltungen, die das Viertel bunt präsentieren. Eine davon ist das Lichterfest. Die Künstlerin Harriet Wölki, die im Eltingviertel lebt und arbeitet, hat das Projekt mit großem Engagement angestoßen. Schüler der Grundschule Nordviertel basteln unter Anleitung Lampions und Laternen, die dann am Tag des Festes stolz präsentiert werden.
Ein weiterer Pluspunkt des Viertels ist der neue Radschnellweg, kurz RS1, der in Zukunft in einer Länge von mehr als 100 Kilometern von Hamm bis Duisburg reicht und auch das Eltingviertel streift.

Konzepte der Künstler

Entwurf Eltingviertel Essen

1. Platz: "a pile of new and old wishes"

Künstler: Axel Loytved

Idee

“A pile of new and old Wishes“ wird ein Gegenstand sein, der sich in die Gegebenheiten des Platzes einpasst und sich gleichzeitig vorbehält, auch Fremdkörper zu bleiben. Man kann ihm auf unterschiedliche Art und Weise begegnen und seine Erscheinung verändert sich je nach Blickwinkel und Lichtverhältnis.

Beschreibung

Der Entwurf sieht eine übermannsgroße amorphe Skulptur aus Aluminiumguss auf Fläche A vor. Die Form wird gebildet durch Fundstücke und Hausratsmüll, den die Verfasser/in auf den Straßen rund um den Zwingliplatz zusammenträgt. Grundlage bildet also der typische urbane Wohlstandsmüll, der in einer Art künstlerischem Upcycling-Verfahren gestapelt und mit einem provisorischen Gerüst in Form gebracht wird. Die entstandene Form wird als Aluminiumguss angefertigt und mit transparentem Lack beschichtet. Durch das Beimischen eines Pigments verändert sich das Farbspektrum der Oberfläche je nach Perspektive und Lichteinfall. So verweist die Skulptur darauf, dass auch die alltäglichsten Verwertungskreisläufe immer wieder neu gesehen, beurteilt und in andere Formen gebracht werden können.

Das Preisgericht hat den Entwurf „A Pile of new and old Wishes“ des Künstlers Axel Loytved zur Realisierung für den Standort Essen – Eltingviertel empfohlen.
Entwurf Eltingviertel Essen

Vonovia Skulpturenwettbewerb 1005

2. Platz: "VITRUVIAN"

Künstlerin: Claudia Mann

Idee


Das Abformen ist bildhauerische Geste, das Aneignen sowie Besitz ergreifen von etwas, das unser Leben und unsere Form ausmacht.

Beschreibung

Bei der Skulptur handelt es sich um zwei gegenüberliegende gekippte Trichterformen, sogenannte Kapseln. Jede der grünlichen Kapseln ist aus neun Dreiecken aus Faserbeton zusammengesetzt. Die Dreiecke bestehen aus Abformungen von verschiedenen räumlichen Situationen im Eltingviertel. Sie sind mit Aluminium verbunden. Für die Abformungen stehen Schulen, Kindergarten aber auch weniger prominente oder private Orte zur Auswahl. Die Standorte sollen in Zusammenarbeit mit den Bewohnern vor Ort ermittelt werden, wobei die Verfasser/in besonders auf eine Beteiligung von Schülern aus dem Viertel hinweist, die gemeinsam mit ihren Lehrern im Rahmen von Workshops an die Abformungstechniken herangeführt werden sollen. Insgesamt sind 22 Abformungen vorgesehen, vier davon vom Zwingliplatz selbst. Ziel des Projektes – zu dem eine Dokumentation geplant ist – ist es, einen Prozess der Identifikation der Bewohner mit ihrem Viertel anzubahnen, der auch körperlich erfahren werden soll:

Sind wir uns eigentlich bewusst, wo wir sind? Kann durch einen analogen Vorgang, durch das Berühren und das sorgfältige Abbilden von völlig gewöhnlichen Orten zunächst, ein tieferes Gefühl der Verbundenheit entstehen (...) VITRUVIAN wird Erinnerung und Konservierung von den Orten, die es mal gab und immer noch gibt. Die Konfrontation mit den Skulpturen = Fusionen der verschiedenen Standorte des Viertels ist eine neue Art, sie zu betaschten und sich auch damit zu identifizieren. „Wir gehören zusammen“.
Vonovia Skulpturenwettbewerb 1005

Gewinner Skulturenwettbewerb Essen, Axel Loytved

Künstler Axel Loytved im Interview

 

Herr Loytved, was hat Sie daran gereizt, am Skulpturenwettbewerb für das Eltingviertel teilzunehmen?

Durch ein Stipendium im Kunsthaus Essen war ich 2010 für ein Jahr in Essen und bin seitdem immer wieder gerne in der Region. Außerdem erschien mir die Möglichkeit, eine künstlerische Arbeit in einem Wohnviertel zu entwickeln, in dem gerade große Veränderungsprozesse stattfinden, sehr attraktiv.

Was hat Sie zu Ihrer Skulptur inspiriert?

Im Vorfeld der Bewerbung habe ich das Eltingviertel besucht und mich dort eine Weile aufgehalten. Intensive Beobachtungen des Alltäglichen, zufällige Begegnungen und das spontane Auffinden von Materialien spielen in meiner Arbeit oft eine zentrale Rolle. Der Schlüsselmoment lag bei diesem Projekt darin, einen Zusammenhang in den Ansammlungen aussortierter Gebrauchsgegenständen im Eltingviertel und den Werbewurfsendungen in den Briefkästen zu sehen. Wie eine Art Kreislauf in dem Dinge in die Wohnungen gelangen und danach wieder im Außenraum landen.

Aus der Kombination dieser Objekte entwickelte sich die Grundform der Skulptur. Die Werbeprospekte, denen das Versprechen nach etwas „Neuem“ innewohnt, wurden vermengt und über die Grundform modelliert. Von dem grauen Original aus Papiermaché wird aktuell ein Aluminiumabguss hergestellt. Durch einen abschießenden Speziallack entsteht auf dem grauen Aluminium unter Sonneneinstrahlung ein Farbspiel, welches an die Farben der bunten Werbeanzeigen erinnert.

Was war die größte Herausforderung?

Die größte Herausforderung sehe ich darin, die örtlichen Gegebenheiten, die technischen Anforderungen, den logistischen und organisatorischen Aufwand in die künstlerischen Prozesse einzubeziehen und mitzudenken. Diese sehr verschiedenen Teilbereiche scheinen mitunter schwer vereinbar, aber die Reibung und Differenzen eröffnen auch die Möglichkeit die eigene Arbeitsweise zu befragen und Dinge anders zu denken.

Was erhoffen Sie sich von Ihrer Skulptur?

Durch die Form der Skulptur und ihrer Position auf dem Platz ergeben sich aus verschiedenen Perspektiven sehr unterschiedliche Ansichten. Der spezielle Lack, der auf wechselnde Lichtverhältnisse reagiert, wird den Eindruck einer ständigen Veränderung zusätzlich verstärken. Ich erhoffe mir, dass man der Skulptur dadurch immer wieder neu begegnen kann. Es können sich über die Zeit verschiedene Formen der Auseinandersetzungen eröffnen und sich Bezüge zu den Veränderungsprozessen im Viertel herstellen.

Gewinner Skulturenwettbewerb Essen, Axel Loytved

Vorstellung der Skulptur im Eltingviertel

Skulptur für das Essener Eltingviertel vorgestellt

„Kunst wäscht den Staub des Alltags von der Seele.“ Mit diesem Zitat von Pablo Picasso begrüßte der Regionalleiter der Region West, Robert Stellmach, die geladenen Gäste der Veranstaltung in der Galerie hermann im Eltingviertel.

Kunst im Quartier ist ein Thema, das einen besonderen Stellenwert in der Quartiersentwicklung hat. Kunst im öffentlichen Raum ist für alle sichtbar und greifbar. Sie kann auch den Charakter der Umgebung beeinflussen. Umso wichtiger ist es, alle Beteiligten des Viertels, der Stadt, des Kulturlebens und der Politik mitzunehmen. Aus diesem Grund stellte Axel Loytved seinen Gewinnerentwurf für den Vonovia Skulpturenwettbewerb in Essen vor. Er zeigte im Rahmen einer lebendigen Ausstellung, wie die Skulptur aussehen und den Zwingliplatz bereichern wird.

Besonderes Highlight der Skulptur, die den Titel „A Pile of old and new wishes“ trägt, ist nicht nur Ihre Entstehung aus Alltagsgegenständen des Viertels, sondern auch die besondere Beschichtung. Dank eines speziellen Lacks, der aus dem Bereich der Auto-Tuning-Szene kommt, schimmert die Skulptur bei einfallendem Licht in unterschiedlichen Farben. Damit hat die Vorstellung gezeigt: Das Essener Eltingviertel ist bald um einen Hingucker reicher. Ein wichtiger Bestandteil der Skulptur sind Objekte, die aus dem Quartier stammen. Für die Skulptur sammelte Loytved Alltagsgegenstände im Eltingviertel, „typisch urbanen Wohlstandsmüll“, die er in seinem Hamburger Atelier mit Pappmaché zu einem Gesamtkunstwerk zusammenfügte.

Der Ort der Veranstaltung hätte passender nicht sein können: Die Galerie hermann, direkt am Zwingliplatz. Hier fördert Vonovia bereits seit mehreren Jahren Künstler und stellt ihnen die Räumlichkeiten zur Verfügung. „Hier auf dem Zwingliplatz kommen die Leute zusammen. Mit der Skulptur fügen wir dem Zusammenleben im Quartier eine neue Facette zu.“, betont Ralf Feuersenger.

Die Enthüllung der Skulptur für die Anwohnerinnen und Anwohner wird im September stattfinden.
Vorstellung der Skulptur im Eltingviertel