Vonovia Skulpturenwettbewerb

Das Eltingviertel in Essen
Online-Ausstellung

Eltingviertel Essen

Hier finden Sie alle zur Beurteilung durch das Preisgericht zugelassenen Arbeiten zum Eltingviertel in Essen und erhalten Einblicke in Details und Hintergründe zu den künstlerischen Konzepten.

Nr. 1001: Bridal makeover for an invisible groom (under revision) // dt. Frühjahrskur einer Braut für einen unsichtbaren Bräutigam (in Revision) (2018)

Künstlerin: Kristina Buch

Idee

Eine überdimensionale Nase auf einem Sockel, auf dem man normalerweise eine Büste erwarten würde, die von Liegestühlen aus betrachtet werden kann und der eine Art grüner Bart immer wieder himmelwärts in den Weg zu wachsen scheint.

Beschreibung

Der Entwurf für Fläche A besteht aus zwei Liegen aus hochglattem Weißbeton mit polierter Bronzeauflagefläche sowie einer polierten Bronze-Skulptur in Form einer überdimensionalen Nase auf einem niedrigen Sockel. Um die Nase wächst eine Eiben-Hecke, die in der Pflanzensymbolik als Urbaum, Lebensbaum bzw. Weltenbaum gilt. Die Nase kann im Kontext von Zwingli als dreieckiges – dreifaltiges – Organ des menschgewordenen Gottes gelesen werden. Ihre Rückseite bildet eine abstrakt-geometrische Form. In diesem Oszillieren zwischen Figuration und Abstraktion rekurriert die Skulptur auf christliche und auf muslimische Bildtraditionen gleichermaßen und verweist zugleich auf die Religionszugehörigkeit der beiden stärksten Anwohnergruppen im Eltingviertel. Die Liegen bieten den Betrachtern eine entspannte Situation über Gott und die Welt und die Kunst zu reflektieren, während die Eibe langsam über die Nase wächst und diese verdeckt ...

Nr. 1002: A Pile of new and old wishes (Ein Haufen neuer und alter Wünsche) | 1. Platz

Künstler: Axel Loytved

Idee


“A pile of new and old Wishes“ wird ein Gegenstand sein, der sich in die Gegebenheiten des Platzes einpasst und sich gleichzeitig vorbehält, auch Fremdkörper zu bleiben. Man kann ihm auf unterschiedliche Art und Weise begegnen und seine Erscheinung verändert sich je nach Blickwinkel und Lichtverhältnis.

Beschreibung

Der Entwurf sieht eine übermannsgroße amorphe Skulptur aus Aluminiumguss auf Fläche A vor. Die Form wird gebildet durch Fundstücke und Hausratsmüll, den die Verfasser/in auf den Straßen rund um den Zwingliplatz zusammenträgt. Grundlage bildet also der typische urbane Wohlstandsmüll, der in einer Art künstlerischem Upcycling-Verfahren gestapelt und mit einem provisorischen Gerüst in Form gebracht wird. Die entstandene Form wird als Aluminiumguss angefertigt und mit transparentem Lack beschichtet. Durch das Beimischen eines Pigments verändert sich das Farbspektrum der Oberfläche je nach Perspektive und Lichteinfall. So verweist die Skulptur darauf, dass auch die alltäglichsten Verwertungskreisläufe immer wieder neu gesehen, beurteilt und in andere Formen gebracht werden können.

Nr. 1003: (o. T.)

Künstler: Eltingmöbel

Idee


Sitzmöbelstücke aus verschiedenen Ländern schaffen einen sentimentalen Zugang zu Kultur und versuchen der bunten Nachbarschaft ein gemeinschaftliches Gefühl von Zuhause zu geben.

Beschreibung

Auf Fläche C wird aus dunklem Stahl eine „multikulturelle Sitzgruppe“ aus unterschiedlichen Möbelstücken installiert. Die Sitzmöbel stellen Abgüsse von realen Möbeln aus der Nachbarschaft dar und sollen in der Verschiedenheit ihrer Designs auf die Vielfalt der kulturellen Traditionen im Eltingviertel hinweisen.

Nr. 1004: Zuhause

Künstler: Adib Fricke

Idee


„Zuhause“ ist ein vielschichtiger Begriff. Alles, was dieser bedeuten kann, ist Teil des Kunstwerks: die eigene Wohnung, der Herkunftsort, der Zwingliplatz als gemeinsamer Treffpunkt im Viertel, der Haupt-Wohnort, eine Gemeinschaft von Nachbarn ...

Beschreibung

Die künstlerische Intervention greift die beiden vorgegebenen Flächen auf dem Zwingliplatz als Grundriss auf. Zusammen bilden die Flächen A und B eine angedeutete Wohnung. In ihr sind Formen in Position gebracht, die Möbelstandorte markieren. Ein Bett, ein Stuhl, ein Tisch ...

Im Kunstwerk erweitert sich die zweidimensionale Perspektive eines solchen Raumplans in eine dreidimensionale. Die zehn Formen sind vom Boden aus auf eine einheitliche Höhe von 48 cm gebracht und werden zu Sitzmöglichkeiten. Deren Grundfarbe ist Blau und bildet damit einen größtmöglichen Kontrast zur Umgebung. Die Möbel sind in vier Sprachen beschriftet (Deutsch, Arabisch, Polnisch und Türkisch) und stehen damit exemplarisch für die sprachliche und kulturelle Vielfalt des Viertels. Zugleich sind sie eine Einladung, sich mit der Sprache und dem Zuhause der anderen zu befassen.

Der Entwurf spielt mit der Vielschichtigkeit des Begriffs „Zuhause“: die eigene Wohnung, der Herkunftsort, der Zwingliplatz als Treffpunkt im Viertel, eine Gemeinschaft von Nachbarn – all diese Assoziationen schwingen mit und implizieren nicht zuletzt eine philosophische Dimension im Kontext von urbanen Entwicklungen: Mit zunehmender städtischer Verdichtung entstehen auch Fragen nach dem individuell verfügbaren Wohnraum. Mit welcher minimalen Form des Wohnens geht es uns gut? Was sind die Raumkonzepte dafür? Und wieviel Einrichtung brauchen wir eigentlich? Parallel ergibt sich auch eine philosophische Fragestellung nach der Repräsentation alltäglicher Dinge durch Begriffe einerseits und durch angedeutete Formen andererseits: Ab wann fängt ein einfacher Kubus an, für uns ein Stuhl oder ein Bett zu sein?

Nr. 1005: VITRUVIAN | 2. Platz

Künstlerin: Claudia Mann

Idee


Das Abformen ist bildhauerische Geste, das Aneignen sowie Besitz ergreifen von etwas, das unser Leben und unsere Form ausmacht.

Beschreibung


Bei der Skulptur handelt es sich um zwei gegenüberliegende gekippte Trichterformen, sogenannte Kapseln. Jede der grünlichen Kapseln ist aus neun Dreiecken aus Faserbeton zusammengesetzt. Die Dreiecke bestehen aus Abformungen von verschiedenen räumlichen Situationen im Eltingviertel. Sie sind mit Aluminium verbunden. Für die Abformungen stehen Schulen, Kindergarten aber auch weniger prominente oder private Orte zur Auswahl. Die Standorte sollen in Zusammenarbeit mit den Bewohnern vor Ort ermittelt werden, wobei die Verfasser/in besonders auf eine Beteiligung von Schülern aus dem Viertel hinweist, die gemeinsam mit ihren Lehrern im Rahmen von Workshops an die Abformungstechniken herangeführt werden sollen. Insgesamt sind 22 Abformungen vorgesehen, vier davon vom Zwingliplatz selbst. Ziel des Projektes – zu dem eine Dokumentation geplant ist – ist es, einen Prozess der Identifikation der Bewohner mit ihrem Viertel anzubahnen, der auch körperlich erfahren werden soll:

Sind wir uns eigentlich bewusst, wo wir sind? Kann durch einen analogen Vorgang, durch das Berühren und das sorgfältige Abbilden von völlig gewöhnlichen Orten zunächst, ein tieferes Gefühl der Verbundenheit entstehen (...) VITRUVIAN wird Erinnerung und Konservierung von den Orten, die es mal gab und immer noch gibt. Die Konfrontation mit den Skulpturen = Fusionen der verschiedenen Standorte des Viertels ist eine neue Art, sie zu betaschten und sich auch damit zu identifizieren. „Wir gehören zusammen“.

Nr. 1006: Colored Bricks (für das Eltingviertel) farbige Steine für 40 Nationen

Künstlerin: Bettina Meyer

Idee

Die Wechselwirkung der Farbe verändert die Steine und den Raum um sie herum. Sie ist als Metapher für den Geist der Veränderung zu verstehen, der das Zusammenleben der Menschen unterschiedlichster Kulturen möglich macht.

Beschreibung

Die mehrteilige skulpturale Arbeit besteht aus vielfarbigen kantigen Gebilden, die auf einer Stange vertikal aufgereiht sind. Einige der polymorphen Gebilde finden sich in vergrößerter Form als solitäre Sitzsteine auf dem Platz verteilt wieder.

Die polymorphen Steine beziehen sich auf die rombenartigen Plateauformen des Platzes, sind aber auch als Rohlinge bzw. als Bergbauprodukte interpretierbar und stellen damit einen Bezug zur Historie des Eltingviertels her. Die Farbigkeit bezieht sich einerseits auf die Farbraumuntersuchungen von Josef Albers und andererseits auf die vielfältige Herkunft der Bewohner des Viertels.

Die Verfasser/in weist auf die Möglichkeit zur Erweiterung des Entwurfs hin, wobei nach Bedarf zusätzliche Steine im Viertel – etwa auf Fläche C – verteilt werden können.

Nr. 1007: Common Ground

Künstler: Daniel Man und Sebastian Giussani

Idee

COMMON GROUND kann als eine imaginäre Flagge für alle im Viertel anwesenden Nationen gelten: die „EltingFlagge“.

Beschreibung

Die farbige Bodenskulptur aus Gussbeton kombiniert ein kreisförmiges Grundelement mit dazu diagonal verlaufenden sternförmigen Gliedern. In variierender Höhe gestaffelte Sitzflächen rahmen die Mitte und bieten Platz zum Verweilen. Die Anordnung nimmt die Fluchtlinien der Terrassierung sowie den Straßenverlauf am Platz auf. Ausgangsbasis für die Form- und Farbgebung der Sitzskulptur sind die insgesamt 25 Flaggen der unterschiedlichen Herkunftsländer der Bewohner des Eltingviertels. Der prozentuale Anteil jeder Farbe leitet sich aus der Häufigkeit ihres Vorkommens in den jeweiligen Nationalflaggen ab. Die Formen wiederum ergeben sich aus der Überlagerung der häufigsten Symbole in den Flaggen: Stern, Halbmond, Kreis, Dreieck und Rechteck. Die Verfasser/in betrachtet COMMON GROUND als eine Art erweitertes Wohnzimmer, einen Treffpunkt, der in seiner Bildsprache das Miteinander verschiedener Kulturen symbolisiert.

Nr. 1008: ELTINGS DNA

Künstler: Willem-Jan Beeren und Paul Jonas Petry

Idee

Das Lebendige macht das Viertel zu einem MILIEU, einer erlebbaren Atmosphäre, mit all seinen Begegnungen und individuellen Motiven.

Beschreibung

Die Skulpturengruppe ELTINGS DNA besteht aus fünf lebensgroßen Bronzefiguren, deren Gestalt sich jeweils aus einer Vielzahl von unterschiedlichen, im Viertel gefundenen Objekten zusammensetzt. Die einzelnen Fundstücke – von Taschenuhr bis Badewanne – werden zu Figuren kombiniert, abgeformt und anschließend in Bronze gegossen. Vorgesehen sind, jeweils in Lebensgröße, eine männliche Figur, ein sitzendes Paar, ein spielendes Kind und ein Hund.

Im Falle einer Realisierung des Kunstwerks möchte die Verfasser/in ein Einweihungsfest veranstalten, das durch eine Festschrift dokumentiert und allen Beteiligten zur Verfügung gestellt werden soll.

Nr. 1009: Kaleidoscope

Künstlerin: Annette Sauermann

Idee


Die Konzeption der Skulptur bezieht sich auf den Gedanken, dass es in allen sozialen Zusammenhängen für eine friedliche Koexistenz wichtig ist, seine Standpunkte reflektieren zu können, um Zusammenhänge auch mit „anderen Augen“ zu sehen und möglicherweise konträre Positionen zu verstehen.

Beschreibung

Eine kugelförmige Struktur aus Stahl und Glas, getragen von einem Edelstahl-Bogen, „schwebt“ mittig über dem Platz. Ausgestattet mit 126 Kreisscheiben aus dichroitischem Glas erzeugt die Kugel je nach Lichteinfluss verschiedene Farb- und Spiegelwirkungen in den Komplementärfarben Orange und Blau. Die besondere Eigenschaft des chroitischen Glases, nämlich zwei Farben zu verbinden, die sich im Farbkreis diametral gegenüber stehen, interpretiert die Verfasser/in mit Blick auf die Vielfalt der Kulturen im Eltingviertel als Verbindung und Miteinander von Gegensätzen. Die spezielle Verwendung der eigentlich schlichten technischen Materialien Glas und Stahl erzeugt den Eindruck von etwas Kostbarem, Prachtvollen, wie es in der arabischen und türkischen Bau-Kultur häufig eingesetzt wurde und auch heute noch eine große Rolle spielt. Das Prunkvolle der Skulptur ist in diesem Kontext als ein bewusstes Statement im Sinne einer Aufwertung des Viertels zu lesen.

Nr. 1010: LIVING ROOM

Künstlerin: Laura Carmela Scheerer

Idee


Die Konzeption der Skulptur bezieht sich auf den Gedanken, dass es in allen sozialen Zusammenhängen für eine friedliche Koexistenz wichtig ist, seine Standpunkte reflektieren zu können, um Zusammenhänge auch mit „anderen Augen“ zu sehen und möglicherweise konträre Positionen zu verstehen.

Beschreibung

Eine kugelförmige Struktur aus Stahl und Glas, getragen von einem Edelstahl-Bogen, „schwebt“ mittig über dem Platz. Ausgestattet mit 126 Kreisscheiben aus dichroitischem Glas erzeugt die Kugel je nach Lichteinfluss verschiedene Farb- und Spiegelwirkungen in den Komplementärfarben Orange und Blau.

Die besonderen Eigenschaft des chroitischen Glases, nämlich zwei Farben zu verbinden, die sich im Farbkreis diametral gegenüber stehen, interpretiert die Verfasser/in mit Blick auf die Vielfalt der Kulturen im Eltingviertel als Verbindung und Miteinander von Gegensätzen.

Die spezielle Verwendung der eigentlich schlichten technischen Materialien Glas und Stahl erzeugt den Eindruck von etwas Kostbarem, Prachtvollen, wie es in der arabischen und türkischen Bau-Kultur häufig eingesetzt wurde und auch heute noch eine große Rolle spielt. Das Prunkvolle der Skulptur ist in diesem Kontext als ein bewusstes Statement im Sinne einer Aufwertung des Viertels zu lesen. Der Raum, welcher zur Verfügung gestellt wird, wird mit einer 3-dimensionalen Markierung ausgewiesen und zurück an die Bewohner des Quartiers gespielt.

Ein Stahlrahmen in knalliger pinker Farbe steckt die Fläche B dreidimensional ab. Die auffällige Farbgebung markiert die Fläche und bildet einen Kontrast zur Umgebung. Zugleich zeigt sie die „Rahmenbedingungen“ des Projekts für die Bewohner auf. Im Innern des Rahmens wird über eine Stahlkonstruktion ein Liegenetz gespannt, dessen Oberfläche den Konturen von Wohnzimmermöbeln folgt. Darüber wird ein geknüpftes Netz aus gespendeten Altkleidern gelegt:

Das Netz aus den Altkleidern der Bewohner nimmt den öffentlichen Raum symbolisch ein – der zur Verfügung gestellte Bereich wird individualisiert. Kleider sind kulturell und sozial sehr stark geprägt. Durch die Herstellung des Netzes entsteht ein Teppich aus individuellen Stücken. Das Netz wird „Träger der kollektiven Identität“, der Identität des Eltingviertels.

Nr. 1011: Elting Pot – melting pot

Künster: Atelier VierViertel

Idee


Die Idee für den Zwingli-Platz ist, eine übergroße Blumenvase als soziale Plastik zu bauen und den Zwingli Platz als große Tafel zu begreifen, an der die Menschen zusammenkommen, feiern ...

Beschreibung

Eine überdimensionierte Blumenvase aus Ton wird auf Fläche B platziert. Mit dem Motiv nimmt die Verfasser/in auf die Tradition des Stilllebens Bezug: Eine Blumenvase nimmt die Sinne des Betrachters durch Farben, Formen und vielleicht auch Blütenduft gefangen. Ihre Schönheit berührt dabei genauso wie ihre Vergänglichkeit.

Im Rahmen einer „Atelierwerkstatt“ werden die Nachbarn eingeladen, kreisrunde Gegenstände aus dem eigenen Alltag auf der Vase anzubringen und der Skulptur auf diese Weise „Leben einzuhauchen“.